MCAD-ECAD-Integration:
Was wir noch bewältigen müssen

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Heutzutage enthalten einfache Haushaltsgeräte wie Thermostate und Waschmaschinen genug angepasste Software und Elektronik, um durchschnittlichen Computern Konkurrenz zu machen. Warum sollte man es also im Maschinenbau anders machen? Schon lange wird gepredigt, dass Maschinenbau, Elektrotechnik und seit kurzem auch eingebettete Software enger miteinander verbunden werden müssen. Trotzdem sind wir nach wie vor im Abteilungsdenken gefangen und können uns nicht so leicht aus diesem Dilemma befreien.

Das nachfolgende Video zeigt wie Elektronik in mechatronischen Produkten realisierbar ist.

Abteilungen, die nicht miteinander kommunizieren

Laut einer Untersuchung von Tech-Clarity stellt die bereichsübergreifende Integration der technischen Entwicklung für fast die Hälfte der Befragten ein großes Problem dar. Etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen haben zwar integrierte, aber doch separate Teams für Maschinenbau, Elektrotechnik und Softwareentwicklung. So arbeiten die zentralen Entwicklungsbereiche zwar miteinander, aber nicht annähernd genug, um optimale Entwicklungsergebnisse zu erreichen.

Ohne konsequente Zusammenarbeit und interdisziplinäre Entwicklungsmethoden ist es kaum möglich Konstruktionsänderungen zu verwalten und zu beherrschen. Bei der traditionellen Herangehensweise nutzen Maschinenbauingenieure nach wie vor ihre Werkzeuge, nämlich MCAD-Software, während Elektroingenieure mit ECAD-Software arbeiten. Natürlich findet ein regelmäßiger Austausch von Dateien statt, was durch IDF-Formate möglich ist, trotzdem ist der Blick der einen Abteilung in die andere sehr eingeschränkt.

Die Folge davon: Eine separate Detailkonstruktion, in der fehlende Übergänge oder sich konkurrierende Konstruktionen erst in einer späten Entwicklungsphase entdeckt werden, wenn Änderungen viel zu teuer und zeitaufwendig sind.

Der Airbus A380

Ein Beispiel: Airbus entwickelte das berühmt-berüchtigte Passagierflugzeug A380. Dieses Projekt ist ein Musterbeispiel dafür, wie sich eine unzureichende Integration von Elektro- und Mechanik-Konstruktion auf den weiteren Konstruktionsverlauf auswirken kann. Der A380 kam zwei Jahre später als geplant auf den Markt, was Airbus Milliarden kostete. Die verzögerte Markteinführung lag am komplexen Kabelbaumsystem, welches nicht optimal in die Flugzeugzelle aus Metall passte. Das war zwar nicht der einzige Grund, aber die mangelhafte Integration von MCAD-, ECAD- und anderen Konstruktionstools war der Hauptauslöser für den Entwicklungsrückstand.

Die IoT-Challenge

Das Internet der Dinge wird noch ganz andere Verfahren für die elektromechanische Konstruktion notwendig machen. Deutlich mehr Produkte werden mit Sensoren und elektronischen Bauteilen ausgestattet sein. Viele Produkte werden zudem kleiner, um handlicher zu sein, wodurch die elektronischen Baugruppen demnach in ihrer Größe minimiert werden müssen. Außerdem produzieren leistungsstärkere Chips mehr Wärme, wodurch das Wärmemanagement komplexer wird und integrierte elektromechanische Konstruktionsprozesse erforderlich macht.

Der Übergang

Es ist natürlich Aufgabe des Managements eine Kultur der bereichsübergreifenden Zusammenarbeit zu schaffen, doch es gibt auch viel, was Ingenieure tun können, um einen Beitrag dazu zu leisten:

  • Auch wenn ECAD nicht zu Ihrem Hauptzuständigkeitsbereich gehört, hat dieser Teil der Konstruktion trotzdem Bedeutung für Sie. Es wird Zeit, sich mit den wichtigsten Konzepten der Elektrokonstruktion vertraut zu machen und die Terminologie der Kollegen kennen zu lernen, um die Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit zu schaffen.
  • Sie müssen nun kein Experte für ECAD oder Leiterplattenlayout werden, aber es schadet definitiv nicht sich mit den Grundzügen der traditionellen ECAD-Tools auseinanderzusetzen. Zusätzlich können Sie sich für Tools stark machen, die die Welt von ECAD und MCAD nahtlos miteinander verbinden.
  • Tauschen Sie sich mit den Experten für elektromechanische Workflows aus und setzen Sie sich für die Optimierung und Implementierung der neuen Konstruktionspraktiken ein. So machen Sie sich innerhalb der Entwicklungsorganisation schnell einen Namen als Vorreiter und Pionier.
Kaum ein Unternehmen kann es sich leisten, die Chance, ihre Produkte zeitnah auf den Markt zu bringen, ungenutzt verstreichen zu lassen. Ohne eine gründliche Umstellung auf eine effektive elektromechanische Konstruktionszusammenarbeit von Anfang an, besteht das leicht vermeidbare Risiko, vom Chaos der letzten Entwicklungsphasen aus der Bahn geworfen zu werden.


Quelle: http://www.ptc-de.com/cad-software-blog/die-wahrheit-uber-die-mcad-ecad-integration

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